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Das heutige Ju Jitsu ist eine moderne Kampfsportart mit traditionellen
Wurzeln. Sie soll dem Ju Jitsuka (= derjenige der Ju Jitsu ausübt)
die Möglichkeit geben, sich aus jeder erdenklichen, heiklen Situation
zu befreien.
Obwohl unter dem Namen "Ju Jitsu" (Jiu Jitsu, Ju Jutsu, etc.)
je nach regionalen Gegebenheiten, Traditionsbewusstsein und Schwerpunkt
der Wahl der Techniken verschiedene Stilrichtungen angeboten werden, verfolgen
alle dasselbe Ziel, sich möglichst unbescholten gegen einen oder
mehrere Gegner zu behaupten.
In
der Wahl der angewandten Techniken sind dem Ju Jitsuka praktisch keine
Grenzen gesetzt. Nebst gewissen erforderlichen Basistechniken und den
"typischen" Ju Jitsu-Techniken finden sich auch Elemente aus
völlig unterschiedlichen Kampfsportarten. Dies bedeutet, dass das
Ju Jitsu immer einer gewissen Dynamik unterworfen ist und es nicht zu
einer rein traditionellen Angelegenheit wird.
Dieser grosse Umfang an Techniken fördert die Kreativität der
Trainierenden und führt zu sehr abwechslungsreichen Trainingseinheiten.
Andererseits werden an die Lern- und Leistungsbereitschaft sehr hohe Ansprüche
gestellt. Aus diesem Grund ist es auch nicht möglich Ju Jitsu von
heute auf morgen zu erlernen. Dies ist ein langwieriger und gewissenhafter
Prozess.
Jeder Ju Jitsuka sollte ein gewisses Mass an Basistechniken grundschulmässig
(traditionelle Form), als auch in der Anwendung beherrschen. Damit hat
er die Grundlage um seine eigenen Kombinationen von Techniken zu bilden,
welche auf ihn zugeschnitten sind. Diese Kombinationen können sich
im Laufe der Zeit immer wieder ändern, abhängig vom Können
des Ju Jitsuka und je nach Techniken welche er bevorzugt.
Als Basistechniken dienen im Ju Jitsu vorwiegend Techniken, die auch in
anderen bekannten Kampfsportarten Verwendung finden. Jeder Ju Jitsuka
beherrscht diese Techniken in grundschulmässiger Form.
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Judo (insbesondere Wurftechniken)
JU (sanft) + DO (Weg)
= "Sanfter Weg"
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Karate (insbesondere Schläge
und Tritte)
KARA (leer) + TE (Hand)
= "Leere Hände"
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Aikido (insbesondere Hebeltechniken)
AIKI (Harmonie) + DO (Weg)
= "Weg der Harmonie"
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Diese Basistechniken lassen sich beinahe beliebig miteinander kombinieren,
so dass bereits einige wirkungsvolle Abwehren gegen eine Vielzahl von
Angriffen möglich ist.
Als
Beispiel ist hier die Kombination aus einem Handgelenkhebel (Aikido) und
einem Fusstritt (Karate) zu sehen. Die Abwehr erfolgte auf einen Angriff
mit einem kurzen Stock.
Wie aus der nachstehenden Programmübersicht entnommen werden kann,
können die Angriffe von völlig unterschiedlicher Art (Angriffe
ohne / mit Waffen, Angriffe ohne / mit Körperkontakt, lebensbedrohliche
Angriffe, Angriffe von einem oder mehreren Tätern, u.s.w.). Um all
diesen Situationen gerecht zu werden, braucht es zusätzlich zu den
Basistechniken noch weitere Spezialtechniken. Stellvertretend werden anschliessend
ein paar Beispiele dafür gezeigt werden.
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Transportgriffe
Diese werden benötigt, um den Gegner nach erfolgreicher Abwehr
des Angriffs abzutransportieren. |
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Festlegetechniken
Mit dieser Art von Technik wird der Gegner am Boden fixiert, so dass
er kampfunfähig ist.
Bei Angriffen mit Waffen ist es wichtig, dass der Angreifer nebst
dem er fixiert ist, auch entwaffnet wird.
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Abschlusstechniken
Diese finden Verwendung, wenn ein aggressiver Gegner rasch unschädlich
gemacht werden muss.
Auch hier handelt sich streng genommen, um eine Kombination von verschiedenen
Techniken (Kontrolle mit dem Knie, Handhebel und Faustschlag)
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Hebeltechniken
Mit den Hebeltechniken wird erreicht, dass dem Gegner soviel Schmerz
bereitet wird, dass er den Aufforderungen des Verteidigers nachkommt.
Im Bild ist ein Fingerhebel zu sehen, mit dem der Gegner zu Boden
gebracht wird.
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Stocktechniken
Steht dem Ju Jitsuka zum Beispiel ein Stock zur Verfügung, so
kann dieser natürlich auch gegen einen Angreifer verwendet werden.
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Diese Aufzählung ist keinesfalls vollständig, denn es gäbe
hier noch viele weitere Techniken aufzuführen. Vielmehr soll es einen
kurzen Einblick in die grosse Vielfalt des Ju Jitsu geben.
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